Mein Monat in Berlin - Arbeiten und Leben im Startup

Ramona Heini, April 2025

Mein fast einmonatiger Aufenthalt in Berlin war eine spannende und lehrreiche Zeit, die mich in vielerlei Hinsicht herausgefordert und weitergebracht hat. Als Teil eines Start-ups namens doinstruct durfte ich nicht nur beruflich, sondern auch persönlich eine Menge lernen. Dieser Monat hat mir neue Perspektiven eröffnet und mir gezeigt, wie wichtig es ist, offen zu sein für neue Erfahrungen und Herausforderungen.

Was ich gelernt habe

Der wohl grösste Unterschied für mich war das Leben allein in einer neuen Stadt, zusammen mit zwei anderen Lernenden. Diese Erfahrung hat mich viel selbstständiger gemacht. In einer neuen Stadt zu leben, ohne die gewohnte Nähe zu Familie und Freunden, hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, eigenständig Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. Ich habe gelernt, mich selbst zu organisieren und auf meine eigenen Bedürfnisse zu achten, sei es in Bezug auf Zeitmanagement, Finanzen oder auch die gemeinsame Organisation mit den beiden anderen. Zum ersten Mal musste ich mich um alles selbst kümmern, was mich sehr nachdenklich gemacht hat, aber mir auch ein Gefühl der Unabhängigkeit gegeben hat. Diese Erfahrung hat mich in meiner Persönlichkeitsentwicklung enorm weitergebracht.

Es war eine spannende Zeit, die mich herausgefordert hat, mich in einer neuen Umgebung zurechtzufinden. Besonders bemerkenswert war, wie schnell ich mich an den Rhythmus der Stadt und den Arbeitsalltag angepasst habe. In Berlin ist der Arbeitsbeginn meist später als in der Schweiz, und auch die Arbeitszeiten sind flexibler. Die meisten Menschen arbeiten hier von 9 bis 18 Uhr statt von 8 bis 17 Uhr, was mir anfangs ungewohnt erschien, aber letztlich viel Raum für persönliche Planung und produktive Arbeitszeiten liess.

Auch beruflich konnte ich viel lernen

Ich hatte die Möglichkeit, in einem jungen und dynamischen Start-up zu arbeiten, was für mich eine tolle Erfahrung war. Der Arbeitsalltag in Berlin unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von dem in der Schweiz. Die Atmosphäre war sehr entspannt, was mich positiv überrascht hat. Die Offenheit der Kollegen war dabei ein entscheidender Faktor, der mir geholfen hat, mich schnell wohlzufühlen und mich in das Team zu integrieren. Das Team war sehr freundlich und hilfsbereit, immer bereit, mir neue Dinge zu zeigen. Ich durfte nicht nur einfache Aufgaben erledigen, sondern wurde auch aktiv in wichtige Projekte eingebunden, was mir ermöglichte, meine Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen weiterzuentwickeln. Besonders spannend fand ich die Arbeit an kreativen Projekten, wie der Gestaltung von Merchandise für ein bevorstehendes Sommer-Event oder der Entwicklung von Landingpages. Ich konnte meine Kenntnisse in Design und Kommunikation vertiefen und lernen, wie man Designentscheidungen auf die Bedürfnisse einer Zielgruppe abstimmt.

Kulturunterschiede
Neben dem beruflichen Wachstum gab es auch viele kulturelle Unterschiede zu entdecken. Der Lebensstandard in Berlin unterscheidet sich merklich von dem in der Schweiz. In Berlin sind viele Dinge günstiger, aber auch einfacher gehalten.

Eine weitere kulturelle Herausforderung war die Sprache. Obwohl ich Deutsch spreche, war es eine Umstellung, in einer Stadt zu leben, in der Hochdeutsch gesprochen wird, während ich in der Schweiz vorwiegend Schweizerdeutsch höre. Das war anfangs ungewohnt, vor allem in der Kommunikation mit den anderen Lernenden, die beide Hochdeutsch als Muttersprache haben. Es war interessant, die Unterschiede in der Sprache zu erleben und zu merken, wie sehr sich Dialekte auf die Kommunikation auswirken können. Mit der Zeit wurde es immer einfacher, mich in der Sprache zurechtzufinden, und ich begann, mich immer flüssiger und sicherer auszudrücken.

Technische Einblicke

Beruflich konnte ich viele verschiedene Aufgaben übernehmen, was mir die Möglichkeit gab, meine technischen Fähigkeiten weiter auszubauen. Ein Highlight war sicherlich die Gestaltung von Merchandise für das Sommer-Event. Ich war ausserdem an der Erstellung von Landingpages beteiligt, die auch live geschaltet wurden. Das war eine wertvolle Erfahrung, da ich einen tieferen Einblick in den Prozess der Webentwicklung und des digitalen Marketings erhielt. Neben der Gestaltung von Designmaterialien durfte ich auch an der Erstellung von Whitepapers und anderen Marketingmaterialien mitwirken. Diese Aufgaben halfen mir, meine Fähigkeiten in Design und Kommunikation weiterzuentwickeln und einen besseren Überblick über den gesamten Prozess zu bekommen.

Die Tools, mit denen ich gearbeitet habe, waren teilweise neu für mich. Besonders spannend fand ich die Arbeit mit Figma, das ich schon kannte, aber in einem anderem Umfeld und in enger Zusammenarbeit mit anderen Nutzern. Ein weiteres Tool, das ich erstmals verwendete, war Linear, ein Ticketsystem, das mir half, Aufgaben zu koordinieren und den Überblick über Projekte zu behalten. Ich fand es sehr hilfreich, da es den Arbeitsprozess im Team optimierte und dafür sorgte, dass jeder immer über den aktuellen Stand der Aufgaben informiert war.

Tipps für zukünftige Teilnehmer

Was sollte die nächste Person unbedingt tun, bevor sie in ein Start-up geht? Ich denke, der wichtigste Tipp wäre, sich gut vorzubereiten, sowohl auf die Arbeit als auch auf das Leben in der Stadt. Eine gute Vorbereitung kann den Einstieg erheblich erleichtern. Ich hatte mich zwar gut vorbereitet, aber eine Sache, die ich anders machen würde, ist die Planung der Mahlzeiten. Wir haben in der «WG» oft nur Teigwaren gekocht, was zwar schnell und einfach war, aber auf Dauer langweilig wurde. Es wäre sinnvoll gewesen, im Vorfeld ein paar abwechslungsreiche Rezepte zu sammeln, um die Mahlzeiten etwas vielfältiger zu gestalten.

Fazit

Zusammenfassend war mein Aufenthalt in Berlin eine grossartige Gelegenheit, sowohl beruflich als auch privat zu wachsen. Die Arbeit im Start-up war abwechslungsreich und spannend, und ich konnte meine Fähigkeiten im Bereich Design und Marketing weiter ausbauen. Das Leben in einer neuen Stadt und das Zusammenleben mit neuen Menschen haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, offen und flexibel zu bleiben. Berlin ist eine Stadt mit einer einzigartigen Kultur, die mich sehr beeindruckt hat. Ich freue mich darauf, mein neu gewonnenes Wissen und meine Erfahrungen in die Zukunft zu tragen.