Ein Monat voller neuer Erfahrungen
Elisa Moretti, April, 2026
Für einen Monat durfte ich in Berlin leben und arbeiten. Zusammen mit vier anderen Lernenden wohnten wir im Stadtteil Wedding. Schon in den ersten Tagen merkte ich, dass Berlin anders ist als das, was ich aus der Schweiz gewohnt bin. Die Stadt ist gross, lebendig und manchmal auch etwas chaotisch, wodurch immer etwas los ist und man jeden Tag neue Eindrücke sammelt.
Während meines Aufenthalts arbeitete ich zusammen mit Adrian beim Start-up lemon.markets. Die Mitarbeitenden waren sehr hilfsbereit und nahmen sich Zeit, wenn wir Fragen hatten. Es spielte keine Rolle, ob es um Aufgaben im Projekt oder allgemeine Dinge ging. Dadurch fiel es mir leichter, mich in der Firma einzuleben und bei Unsicherheiten nachzufragen. Da im Arbeitsalltag auch Englisch gesprochen wurde, musste ich mich am Anfang etwas daran gewöhnen. Mit der Zeit wurde ich sicherer, traute mich mehr, mich auf Englisch auszudrücken und wurde allgemein offener im Umgang mit anderen Personen. Auch ein Unterschied zur Schweiz war, dass der Arbeitstag in Berlin später begann. Am Anfang war das für mich sehr ungewohnt, da ich mir einen früheren Arbeitsbeginn gewohnt bin. Nach kurzer Zeit gewöhnte man sich jedoch daran und es wurde schnell normal.
Bei meiner Aufgabe arbeitete ich mit der API von lemon.markets. Da viele Funktionen im Hintergrund ablaufen, gibt es nicht immer eine sichtbare Oberfläche, mit der man direkt zeigen kann, was die API macht. Dadurch kann es für Kundinnen und Kunden oder neue Mitarbeitende teilweise schwierig sein, direkt zu verstehen, wie alles funktioniert. Deshalb sollte ich ein Frontend entwickeln, das die API sichtbarer und einfacher verständlich macht. Dafür erstellte ich eine iOS-App, die zeigen soll, was mit der API möglich ist und wie sie ungefähr verwendet werden kann. Für die Umsetzung verwendete ich Swift. Mit dieser Programmiersprache hatte ich vorher noch nicht
gearbeitet, weshalb ich mich zuerst einarbeiten musste. Am Anfang war es etwas überfordernd, weil vieles gleichzeitig neu war. Dazu gehörten Swift, die API und auch das Thema Investing. Zusätzlich gab es viele Informationen zur Firma und zum Produkt. Ich musste deshalb zuerst herausfinden, was für mein Projekt wirklich wichtig ist und worauf ich mich konzentrieren sollte. Mit der Zeit wurde es aber verständlicher. Ich konnte besser nachvollziehen, wie die API funktioniert und wie ich sie in meinem Frontend verwenden kann. Besonders spannend fand ich, dass mein
Projekt dabei helfen konnte, etwas eher Komplexes sichtbarer und greifbarer zu machen.
Auch ausserhalb der Arbeit hat Berlin bei mir einen starken Eindruck hinterlassen. Im Vergleich zur Schweiz wirkt die Stadt viel grösser und lebendiger. Gleichzeitig hatte ich oft das Gefühl, dass die Menschen in Berlin sehr offen sind. Es wirkt so, als würden sich die Leute weniger darum kümmern, was andere machen oder wie sie leben. Jeder lebt dort sein eigenes Leben und gestaltet es auf seine eigene Art. Genau das fand ich spannend, weil man merkt, dass man vieles auch etwas lockerer angehen kann.
In unserer Freizeit konnten wir ebenfalls einiges erleben. Besonders gut gefallen hat mir die Velotour in den ersten Tagen. Dadurch sahen wir direkt mehrere Sehenswürdigkeiten und bekamen einen ersten Überblick über die Stadt. Das war sehr hilfreich, weil man sich danach besser orientieren konnte und schon ein Gefühl für Berlin hatte. Ein weiteres Highlight war für mich das Eishockeyspiel. Es war zwar anders als in der Schweiz, aber die Atmosphäre war sehr beeindruckend und es war spannend, so etwas in einer anderen Stadt zu erleben.
Auch Shopping und Essen gehörten für mich zu den schönen Freizeitmomenten in Berlin. Besonders der Kurfürstendamm lohnt sich, wenn man gerne durch verschiedene Läden geht. Dort gibt es viele Geschäfte und man kann gut einen Nachmittag verbringen, ohne dass es langweilig wird.
Beim Essen konnten wir ebenfalls vieles ausprobieren. Zu meinen persönlichen Highlights gehörten Gazzo und die New York Bagel Bar. Auch für Glace gab es gute Orte zum Beispiel Fräulein Frost oder Duo Sicilian Ice Cream, wo es teilweise spezielle Geschmacksrichtungen gab. Besonders oft findet man in Berlin vietnamesisches Essen, das meistens wirklich sehr gut war. Dadurch lohnt es sich, beim Essen offen zu sein und immer wieder neue Orte auszuprobieren.
Auch das Zusammenleben in der Wohnung war ein wichtiger Teil des Aufenthalts. Da wir zu fünft dort wohnten, mussten wir uns gut organisieren und Rücksicht aufeinander nehmen. Mit der Zeit entstand ein gemeinsamer Alltag, zu dem nicht nur Arbeit und Freizeit gehörten, sondern auch normale Aufgaben im Haushalt. Da wir keine Waschmaschine in der Wohnung hatten, gingen wir meistens am Sonntag in den Waschsalon. An diesem Tag nutzten wir oft auch die Zeit, um die Wohnung zu putzen und alles wieder etwas aufzuräumen.
Für zukünftige Teilnehmende würde ich empfehlen, offen auf die Menschen zuzugehen und bei der Arbeit Fragen zu stellen. Am Anfang ist vieles neu und man versteht nicht alles sofort, aber genau deshalb ist es wichtig, nachzufragen. Der Monat in Berlin geht schneller vorbei, als man am Anfang denkt. Deshalb lohnt es sich, gewisse Aktivitäten oder Orte, die man unbedingt sehen möchte, schon früh einzuplanen. So vermeidet man, dass man am Schluss merkt, dass man für einige
Dinge keine Zeit mehr hatte. Trotzdem sollte man nicht alles komplett durchplanen, da man in Berlin auch spontan viele spannende Orte entdeckt. Manchmal findet man zufällig ein gutes Restaurant, einen schönen Park oder eine interessante Gegend, die man vorher gar nicht auf dem Plan hatte.
Auch beim Packen würde ich darauf achten, nicht zu viele unnötige Sachen mitzunehmen. Viele Dinge, wie Pflegeprodukte oder kleine Alltagsgegenstände, kann man in Berlin problemlos kaufen. Dadurch spart man Platz im Gepäck und muss nicht alles von zu Hause mitnehmen. Trotzdem würde ich genug warme und windfeste Kleidung mitnehmen. Gerade am Anfang war es noch ziemlich kalt und windig, auch wenn das Wetter manchmal besser aussah.
Beim Essen würde ich empfehlen, offen zu sein und möglichst verschiedene Sachen auszuprobieren. In Berlin gibt es sehr viele unterschiedliche Restaurants und Imbisse. Es lohnt sich deshalb, nicht immer das Gleiche zu essen, sondern auch spontan neue Orte auszuprobieren.
Rückblickend war der Monat in Berlin eine sehr wertvolle Erfahrung. Ich konnte fachlich viel dazulernen, vor allem durch die Arbeit mit Swift, der iOS-App und der API. Gleichzeitig bin ich selbstständiger geworden, habe mich mehr getraut nachzufragen und konnte sicherer mit neuen Situationen umgehen. Insgesamt nehme ich viele Eindrücke und Erfahrungen aus Berlin mit und werde mich gerne an diese Zeit zurückerinnern.