Berlin - Die Stadt der Vielfalt
Tim Felix, April, 2026
Während meines Aufenthalts in Berlin durfte ich in nur einem Monat unglaublich viel Neues sehen, erleben und lernen. Rückblickend merkt man oft erst, wie intensiv diese Zeit wirklich war. Es waren nicht nur neue Begegnungen und spannende Eindrücke, sondern auch Erfahrungen, die mich persönlich und beruflich weitergebracht haben. Genau deshalb kann ich dieses Programm nur weiterempfehlen.
Berlin ist eine Stadt, die sofort beeindruckt. Sie ist gross, lebendig und voller Gegensätze. Auf der einen Seite steht die lange Geschichte der Stadt, auf der anderen ein Nachtleben, das gefühlt nie aufhört. Genau diese Mischung macht Berlin so spannend. Man kann dort sowohl bekannte Sehenswürdigkeiten wie das Brandenburger Tor oder den Berliner Fernsehturm entdecken als auch lokale Orte und Empfehlungen ausprobieren.
Besonders wertvoll sind Tipps von Guides oder von Leuten aus dem Start-up selbst, vor allem wenn es um Aktivitäten, Essen oder Bars geht. So erlebt man die Stadt viel authentischer und lernt Orte kennen, die man sonst vielleicht nie gefunden hätte.
Wichtig ist dabei auch die richtige Vorsicht. Berlin kann an manchen Orten und zu gewissen Zeiten etwas rough wirken. Für mich war es deshalb wichtig, in der Vorbereitung offen zu bleiben, mit Motivation an alles heranzugehen und den Rest auf mich zukommen zu lassen.
Die grösste Herausforderung war definitiv der Anfang. Neue Stadt, neue Menschen, neues Unternehmen, alles auf einmal. Ich musste lernen, mich schnell zu orientieren, ohne dass mir jemand alles Schritt für Schritt erklärt. Man wächst dabei, ob man will oder nicht.
Ein weiterer spannender Teil meines Aufenthalts war das Start-up Umfeld in Berlin. Die Stadt ist genau der Ort, an dem sich viele interessante Unternehmen treffen. Ich durfte bei Bahn Express zusammen mit Nora als Mediamatiker neue Erfahrungen sammeln. Bahn Express ist ein Transportunternehmen, das Autos von A nach B fährt. Kundinnen und Kunden kaufen ein Auto, meistens einen Gebrauchtwagen, und ein Fahrer von Bahn Express bringt es direkt zum Zielort. So wird das Auto oft innerhalb von 48 Stunden geliefert, statt wie üblich erst nach rund 14 Tagen. Das sorgt dafür, dass der Cashflow schneller wird und das Auto früher weiterverkauft werden kann. Bahn Express stammt aus Finnland und hat Standorte in Berlin, Dänemark und Finnland. Das Unternehmen gibt es seit 2024 und inzwischen arbeiten dort rund 50 Mitarbeitende. Die Atmosphäre ist sehr familiär, fast wie in einer grossen Gemeinschaft, in der man auch am Wochenende zusammen joggen oder brunchen geht.
Besonders spannend war, dass wir uns mitten in einem Rebranding befanden. Es ging um neue Ideen für den Namen, das Logo und die gesamte Weiterentwicklung der Marke. Bei solchen Entscheidungen mitdenken zu dürfen, ist eine sehr spezielle Erfahrung, weil man direkten Einfluss auf die Zukunft des Unternehmens hat. Genau das macht ein Start-up so interessant, weil man nicht einfach nur ausführt, sondern wirklich mitgestalten kann.
Im Arbeitsalltag habe ich viele neue Tools kennengelernt. Zum ersten Mal habe ich mit Slack gearbeitet, was sehr unkompliziert und effizient ist. Vieles lief über Google-Tools, auch wenn ich persönlich Microsoft bevorzuge. Zusätzlich habe ich viel mit KI gearbeitet, zum Beispiel mit Claude und ChatGPT, um Aufgaben schneller zu lösen. Für Notizen nutzte ich Notion, und für Gestaltung arbeiteten wir mit Adobe und Figma. Ein klassisches Video-Schnittprogramm war überraschenderweise nicht nötig.
Unsere Aufgaben waren sehr abwechslungsreich. Insgesamt haben wir rund 25 statische Ads für verschiedene Zielgruppen erstellt. Dazu kamen etwa 10 UGC-Videos, die wir geplant und an Creator übergeben haben. Zusätzlich haben wir ein Konzept mit Mockup für eine Fahrer-Website entwickelt, die möglicherweise in Zukunft umgesetzt wird. Auch viele TikTok-Werbevideos wurden von uns vorbereitet. Ich konnte dabei mein Englisch wieder aktiv nutzen und verbessern und habe gelernt, mich schnell in neue Themen und Teams einzuarbeiten.
Bei Bahn Express habe ich vor allem gelernt, wie Marketing in einem jungen Start-up wirklich funktioniert. Es läuft schnell, pragmatisch und oft mit wenig Ressourcen. Man muss nicht alles perfekt planen, sondern vor allem Lösungen finden, die direkt umsetzbar sind. Besonders spannend war für mich auch, Werbung für verschiedene Zielgruppen zu denken und umzusetzen. Die 25 Ads waren dafür ein gutes Beispiel, weil man dabei merkt, wie unterschiedlich Inhalte aufgebaut werden müssen, je nachdem, wen man erreichen will. Ebenfalls neu für mich war das Thema UGC-Advertising. Dabei habe ich gelernt, wie man mit externen Creatorn zusammenarbeitet und ihnen ein klares Konzept mitgeben kann, damit am Ende ein passender Werbeinhalt entsteht. Durch die Arbeit in einem internationalen Team konnte ich zudem mein Englisch im Alltag aktiv einsetzen und verbessern. Gleichzeitig bekam ich einen direkten Einblick in einen Rebranding-Prozess und konnte sehen, wie sich ein Unternehmen von innen weiterentwickelt. Genau das hat mir gezeigt, wie spannend es ist, in einem Umfeld zu arbeiten, das sich ständig verändert. Ich habe dabei auch gelernt, dass ich mich schnell in ein neues Team und ein neues Unternehmen einarbeiten kann, damit ich möglichst rasch helfen und einen Beitrag leisten kann.
Wer aus der Schweiz kommt, merkt schnell, dass Berlin ein anderes Tempo hat. Nicht schneller, sondern irgendwie entspannter. In der Schweiz ist vieles sehr geregelt: Pünktlichkeit, Ordnung und klare Strukturen. In Berlin läuft das anders. Auch im Arbeitsumfeld war die Atmosphäre lockerer, als ich es gewohnt bin. Weniger Hierarchie, mehr Eigenverantwortung. Man wird direkt ins kalte Wasser geworfen, und das ist gut so.
Auch das WG-Leben war ein sehr wichtiger Teil dieser Zeit. Zum ersten Mal weg von Zuhause, ohne bekannte Gesichter, dafür mit neuen Menschen, mit denen man den Alltag teilt. Vom gemeinsamen Kochen über Spieleabende bis zu Filmabenden sind viele schöne Momente entstanden. Mit der Zeit entwickelt sich ein gemeinsamer Rhythmus aus Aufstehen, Arbeiten, Kochen und Freizeit. Natürlich ist man sich nicht immer einig, aber genau das macht das Zusammenleben spannend. Jeder konnte trotzdem seinen eigenen Interessen nachgehen, was sehr wichtig war. Man merkt mit der Zeit, wie man zusammenwächst, auch wenn man sich zwischendurch erst aneinander gewöhnen muss.
Wenn ich zurückblicke, gibt es auch Dinge, die ich etwas bereue. Ich habe definitiv zu wenig Sport gemacht. Obwohl ich mir schon vorher ein Gym in der Schweiz gesucht hatte, war ich nur ein paar Mal joggen. Auch das viele Auswärtsessen wurde mit der Zeit etwas viel. Normalerweise nehme ich mein Essen fast immer mit, aber in Berlin wurde es oft zur täglichen Entscheidung, wohin wir essen gehen. Dadurch konnten wir zwar sehr viele verschiedene Restaurants ausprobieren, was spannend war, aber nach vier Wochen freue ich mich wieder auf meine normale Routine.
Meine Tipps für zukünftige Teilnehmende sind ganz einfach. Bring Offenheit mit, das ist wichtiger als jedes Fachwissen. Wer bereit ist, einfach anzupacken und Neues auszuprobieren, wird am meisten mitnehmen. Nutze die Abende und Wochenenden bewusst, denn Berlin bietet sehr viel und der Monat geht schneller vorbei, als man denkt. Es lohnt sich, aktiv Empfehlungen von Leuten vor Ort zu holen und die Stadt nicht nur oberflächlich zu erleben, sondern wirklich in den Alltag einzutauchen.
Berlin lebt von seinen Menschen. Hier kann jede Person so sein, wie sie möchte. Das sieht man auf den Strassen, an der Kleidung und im Umgang miteinander. Man hört viele verschiedene Sprachen und die Stadt wirkt insgesamt sehr offen und entspannt. Parks sind am Wochenende voll mit Menschen, die Zeit miteinander verbringen, und abends trifft man sich oft im Späti. Auch der öffentliche Verkehr ist sehr gut ausgebaut, besonders die U-Bahn fährt regelmässig und schnell durch die ganze Stadt.
Diese Zeit in Berlin war für mich mehr als nur ein Aufenthalt. Ich durfte viele Menschen kennenlernen, neue Erfahrungen sammeln und ein echtes Abenteuer erleben. Dafür bin ich sehr dankbar. Danke an alle, die das möglich gemacht und mich begleitet haben. Einen Monat. Eine Stadt. Viele Momente, die ich nicht so schnell vergessen werde.